Wetten

Die Wettbüros haben ein Endziel. Die Wetten auf den klimatischen Weltuntergang. Haben wir 2025 überhaupt noch atembare Luft? Die Quote für 2030 ist wie? Kanada eisfrei hatte eine miese Quote. Das glaubt einem doch keiner. Als würde man* sagen,das Sauerland hätte keine Schützenvereine mehr. Das glaubt einem ja auch keiner. Brasilien baumfrei. Da gibt es greifbare Termine.2021/23/25. Grönland amerikanisch? Da wettet keiner einen feuchten Furz drauf. Bei der Hambacher-Forst-Existenz-Wette wird

krank

Krankfeiern ist auch so ein Wort, dass weg kann. Das Wort bringt das Kranksein in Mißkredit. Man* kann sich krank feiern, keine Frage. Ich war mal auf einer 60-Stunden-Party ohne zu schlafen, danach war ich etwas krank. Aber: „Der/Die ist doch krankfeiern“, nimmt dem krank sein die Glaubwürdigkeit. Natürlich ist es möglich, krank zu sein und trotzdem zu feiern. Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Ich denke,

Sitz!

Es hat eine gewisse Komik, wenn Frauen im strengen Buisiness-Outfit und kleinem – ich benutze hier mal einen Ausdruck von Herman van Veen – Klitorisschnautzer an der Flexileine in ein Geschäft gehen will und das Hündchen behandelt wie ein Kind. „Hörst du mir zu? Hallo! Hallo Leine an Hund. Sitz!“ Der Hund schert sich nicht darum, schnuppert auf und ab, worauf Frauchen mit dem Fuß auftritt, was bei dem spitzen

ei vobübbscht

Wie schlimm ist mein Geisteszustand, wenn „der rote Brinkley“, eine böse Figur aus einem Karl May Roman, auftaucht, als Bild einfriert, jeden Gedanken überlagert und nur sehr widerwillig verschwindet. Wieso das? Karl May habe ich vor einem halben Jahrhundert gelesen, und am Schluß bleibt nur ein roter Skalp übrig. Karl May war nie mein Favorit. Mir ging die Frömmelei des Autors schon ziemlich früh auf die Nerven. Kaspar Schmeck, das

wie war das nochmal

Autokratie: Putin und Erdogan sind Autokraten, eigentlich Diktatoren, aber bei PolitikerInnen wird dieses Wort nicht benutzt, weil es dann doch zu nah an der Wahrheit ist. Die BRD ist, gewissermaßen, auch eine Autokratie, da das Auto die heilige Kuh der Deutschen ist, und der Alltag sich um es dreht und bei Entscheidungen immer mit einbezogen wird. (ist ein schlechter Witz, aber mir gefällt er) Demokratie Hier soll das Volk der

Mist

Schau den Menschen ins Gesicht. Immer und immer wieder, Gepflegter Mißmut, Zweifel, Unsicherheit, Angst, Wut. Das sind die häufigsten Empfindungen, die du in fremden Gesichtern sehen wirst. Dann: Blickkontakt. Mit Absicht. Von dir. Freundlich lächelnd. Das ist die Absicht. Freundlich, ansonsten absichtslos. Keine Hintergedanken, kein Anbaggern. Da wird dir etwas offenbar. Menschen, die zurück lächeln, sind nicht verloren. Dann gibt es die, die sagen: „Du flirtest ja auch mit Allen,

Kein Verständnis

Nein, da hab ich kein Verständnis für, wenn Sub-Sub-Unternehmen für die Post Briefkästen leeren und dabei so wenig Geld verdienen, dass sie sich keine neue Batterie für den alten Dieseltransporter leisten und deswegen das Stinkmobil laufen lassen, auch, wenn sie vor einer Bäckerei stehen und es eine Viertelstunde dauert. „Kann nicht ausmachen. Batterie kaputt. Steht weit weg genug von Ihnen. Das riechen sie kaum. Oder sorgen Sie sich wegen der

städtische Savanne

Die Gewohnheitstiere wirken verwirrt. Ortswechsel sind in ihrem Programm nicht vorgesehen. Leichte Beute für die Jäger. Die kennen die Routen der Gewohnheitstiere und präparieren die Fallen. Tränken gibt es reichlich, je nach Beutelinhalt. Die Oligarchentränken, überall in der städtischen Savanne verteilt, sind für die gesamte Fauna, aber jede hat ihr eigenes Rudel, ihren eigenen Troß an Gewohnheitstieren. Da werden Fremde auch schon mal viehisch angeglotzt, oder mit weicher Schnautze von

Eingedrehter Heirater

Der Mann mit der furchteinflößenden Bauchtasche über dem Trainingsdress trägt heute Haare auf seinem Wing-Tsun-Kopf. „Vielleicht versuche ich es ja nochmal“, sagt er zu einer frisch geschnittenen Glatze, die im Kleinwagen vorbeirollt. „Ich nicht“, sagt die Glatze. „Das tut so gut. Morgens aus dem Bett, mit ’nem Lappen drüber, fertig. Und du willst echt nochmal heiraten?“ „Vielleicht versuche ich es nochmal. Aber wenn, dann nur mit Haaren.“ „Versteht sich von

Sein Mädchen

„Wenn Du ein Hörnchen willst, musst Du eins bestellen“, spricht Vater burschikos zur kleinen Tochter, die Absicht unverkennbar. Er will sein Mädchen zur Selbstständigkeit erziehen. Natürlich mit väterlicher Lenkung. „Sprich lauter, wenn Du bestellst. Stell Dich dahin, da kannst Du die Ware besser annehmen“, während seine Tochter schon längst die Verkäuferin im Griff hat, die Bestellung raushaut und begierig auf den kleinen roten Lolli wartet, den sie Papa auch stolz