Begleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung XII

Jeden Mogen die gleiche Frage. Wie vielen unangenehmen Menschen werde ich heute begegnen. In sauerländischen Kleinstädten ist das häufig 9/10 der Gesamtbevölkeung. Zusätzlich noch das kleinstadtübergeifende Phänomen der TschiborentnerInnen. Das sind die, die den Planeten nachhaltig geschädigt haben und jetzt, großkotzig in Beige mit ihem E-Bike alles niedermähen, was nicht bei drei im Straßengraben ist, und sich, mit einem dummen Spruch, aus der Verantwortung davonsterben. Wozu hab ich jahrelang meditiert,

Begleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung XI

Die Kirmes ist vorbei. Vier Schlägereien und ein sprunghafter Anstieg der Inzidenz. Die SchaustellerInnen sind zufrieden. Müllberge werden beseitigt und über der Stadt hängt eine Dieselglocke von den Zugmaschinen der Fahrgeschäfte. Die EU will ab 2035 keine Verbrennungsmotoren mehr. Sinnvol wäre ab 2025. Es dauert dann eh noch 15-20 Jahre – ich hab ne Sondergenehmigung, Attest vom Arzt, ist doch historisch – bis die Dreckschleudern wirklich verschwunden sind. Dann wird

Begleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung X

Das Auto der Liebsten ist in den Focus der Nachbarschaft gerückt. Kleinwagen ohne Arschlochauspuff haben auch noch LiebhaberInnen. Orkanwarnungen schwappen über NRW. Der neue Sound of summer. Ohne Naturkatastrophe ist Sommer doch kein Sommer. Ihr freundlicher Tornado aus der Nachbarschaft. Der Morgengruß ist nicht mehr: „Guten Morgen“, sondern: „ Haben wir noch ein Dach?“ Affenpocken sind gerade der heiße Scheiß. Ob Menschen irgendwann begreifen werden, daß es einen direkten Zusammenhang

Begleitenden Gedanken zur nächsten Inszenierung IX

Drei alte Damen unterhalten sich über den Tod der anderen, deren Bgräbnisse und das niemand von ihnen in Istanbul begraben sein wolle, weil dem Herbert seine ist jetzt gestorben, aber der Friedhof in Istanbul ist so uzzelig. Das möcht man doch nicht. In so einem Durcheinander liegen. Auf dem Friedhof soll alles gerade, waagerecht, senkrecht und lotrecht sein. Schiefe Gräber sind ein NoGo. Da rollt die Leiche doch hin und

Begleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung VIII

In Hagen gibt es ein kleines, griechisches Cafe – oder ist es ein Bistro – mit einem schmalen Eingang, der durch den Stehtisch der RaucherInnen noch schmaler wird, während von innen, einer der vier Tische die Hälfte der Eingangstür versperrt. Wenn wir keine Barrieren haben, bauen wir eben welche. Der Tisch der Versperrung ist die Fanbase der Potteristas. Hermine, Harry und wie sie alle heißen mögen, blicken aus Edelstahlrahmen auf

Begleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung VII

Brr. Kalt. Pünktlich, als Aprilscherz, fällt weißer Matsch von oben. Ich heize ein Zimmer im gesamten Haus. Frieren für den Frieden. Am nächsten Morgen ist alles eingeschneit. Ein Tag winterlicher Stille vor dem Haus. Die Arschlochautos drehen durch. Die russischen Aggressoren auch. Es ist die Zeit kriegstypischer Massaker. Vergewaltigen, ermorden, lügen, sind Strategien des Krieges. Schrecken verbreiten. Nationalitätenunabhängig. Gelebte Männermacht der übelsten Art, wenn das Virus der Zerstörung erst einmal

Begleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung VI

Weltweiter Streik ist vom FFF. Die Blase von „mir doch egal“ bleibt stabil in der Kleinstadt. Anonymous macht spannende Sachen. Gute Idee, Kopierer zu hacken, so dass diese als erstes eine pdf-Datei drucken, die erklärt, wie Tor funktioniert und wie russische Sperren umgangen werden können. Pestfest ist in der Stadt. Schnickschnack-Stände neben PestilenzverehrerInnen in grob gewebter Wolle, Trockenfleisch und Honigmet, Auto- und Motorradhonks und Menschen. Dicht an dicht und ohne

Beleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung V

Erwähnte ich schon mein Ungemach nach meines Doktors Umzug? War die Praxis vorher leicht schrullig und gemütlich, ist sie jetzt straight ungemütlich. Die Autos rauschen vorbei, es ist laut, kalt, und um 7.15 Uhr steht die Schlange bis zum Parkplatz. Vielleicht hat die ÄrztInnenschaft Gefallen an dem Konzept „offene Backstube“ gefunden. Ds Blut wird bei offenen Türen abgezapft. Die AssitentInnen tragen Mint und Glitzer. Leider keine Showtreppe, aber halb erwarte

Begleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung IV

Die Hamsterkaufsaison ist eröffnet. Der heiße Scheiß: Sonnenblumenöl und Weizenmehl. Ein paar Verhuschte schleppen noch Klopapier durch die Zone. Wir haben die höchste Inzidenz in Europa und brauchen politisch keine Maske mehr. Außer in Innenräumen. Selsensky spricht im Bundestag vor einem Haufen toter Fische, und viel mehr kann sich unser G20-Berserkerkanzler nicht vor der übrigen Welt blamieren. Das erste Treffen zum „Lagerfeuer“ ist vorbei. Der Andrang war überwältigend gering. „Tant

Begleitende Gedanken zur nächsten Inszenierung III

Die Natur lacht uns gerade aus. Kriege, Unterdrückung, Zerstörung des eigenen Lebensraums, und die Sonne scheint und singt von Frühling, Wachstum und Entfaltung. Ich sitze in ihren Strahlen, spüre die Energie und wie gierig mein Körper die Photonen einsaugt. Ein leicht apokalyptischer Hauch, der über allem schwebt. Abends dann Dracula im MAT, um den Horror perfekt zu machen. Als Sahnehäubchen des Grauens danach ein Planted-based-MaxiKing XXL(auch wenn der unspektakulär ganz