common sense

Manchmal reicht das niggelige Geplapper einer R-Rentnerin, um das Wohlfühllevel um drei Punkte sinken zu lassen. Es ist Stöhntag. Die Kälte läßt alle das Gesicht verziehen und seltsam gequälte Geräusche machen. Ein Gefühl, wie in einer Apfelblüte sitzend, die zum Schutz vor Kälte einen Eispanzer aufgesprüht bekommt. Auch, wenn es durchaus ein poetisches Bild abgeben würde, ich in einer gefrorenen Apfelblüte, ist es doch eher utopisch, da ich zum fresekötteln

Kaviar

„Ist da Kaviar drin?“ Der Frage und dem Blick nach weiß diese Kundin nicht viel von Kaviar, außer, dass er teuer ist und sie ihn sich nicht leisten kann. Aber wenn er hier, in diesem Brot, zu diesem Preis, da könnte man doch mal, und die kleine, magere Gier der Armut blitzt kurz in ihren Augen auf. Das ist die Hoffnung auf sonst nicht erreichbaren Luxus. Sozusagen ein Extraschnäppchen, ein

Krähenfüsse

Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, sich kasteit zu fühlen, als nach einer Premiere mit knapp zwanzig ZuschauerInnen. Das ist wie Krähenfüsse auf die entzündete Seele. Nicht, dass ich es nicht kennen würde. Auch wenn es nicht so oft geschieht, so schmilzt doch jedesmal das Selbstbewußtsein wie ein Schneeann in der Wüste. Da hilft es auch nicht viel, dass von den Wenigen, die da waren, nur positive Rückmeldungen, sogar ein