Richterfressen

Richterfressen Wer dreimal lügt, dem glaubt man gerne. Nur was falsch ist, hat Erfolg. Wahrheit rutscht in Weite Ferne, Lügen gibts so viel wie Sterne, oder wie Melonenkerne. Lügen tun wir Alle gerne, fragt sich nur, wofür? Plumper Heidi – Klumpa – Quatsch Beckerhochzeit – Göbel gleich Gottschalkterror – Klitschko Opfer Toter Jacko, kinderreich. Zwischendurch die Merkelwelle und der heilige Obama und Monsantos Mördermais und der teuflische Osama, Richterfressen und

Befindlichkeiten

Sehen mit der Wahrnehmung von Menschenfressern Neugeborene appetitlich aus? Es ist Balsam für´s Gemüt, schaut der narr den Gerüstbauern beim Fegen zu. Die Hausbesitzerin, Blutwurst-Elli, herrscht die Fegenden an, auch die Hundescheiße, über die, als Schamtuch, ein Tempo drappiert wurde, wegzufegen. “Da, das Papier auch,” keift sie im hohen Kaufmannsfalsett. “Da ist Scheiße drunter. Ich versau mir doch nicht meinen Besen.” “Wegen ihrem Gerüst musste der Hund da sein Geschäft

Die verruchte Bäckerin

Die verruchte Bäckerin ist wieder unterwegs. Also gebt Obacht, Frauen dieser Stadt. Die Gedanken eurer Männer sind in Gefahr. Denn eines hat die verruchte Bäckerin nie mit sich machen lassen. Kein Mann durfte sie je anfassen, streicheln oder gar berühren. Kein Mann durfte sich bislang mit ihr vereinen, und die, die es unbedingt wollten, sind an gebrochenem Herzen gestorben. Denn das, was die verruchte Bäckerin in ihnen weckt, sind Begehrlichkeiten,

keine Brötchen

Filiale 43 hat keine Brötchen mehr. Und das am Pfingstsonntag Morgen. Die Kunden werden reihenweise ausfallend, drohen den Verkäuferinnen sogar Schläge an. Wenn die Feiertagfrühstücksroutine gestört ist, der Tag schon in seiner Anfangsstruktur mißlingt, dann bricht die Galle der Kundschaft, durch den normalen Alltag eh auf köchelnder Flamme gehalten, brodelnd und zischend, mit salzsäurehaltiger Gischt, eruptionsmäßig aus. Dann spucken und geifern die Kunden, laufen rot an, gestikulieren wild, verteilen wie

kaltes Lamm

Was für seltsame Figuren das Leben doch gebiert. Schon beim Betreten des äußeren Randes der Stadtmitte rennt vor dem narren ein glatzköpfiger Mann her. Auffällig ist nicht die Glatze, sondern sein bodenlanger, auf Antikleder getrimmter Mantel, der so gerade eben die Bierplautze, die weit nach vorne absteht, bedeckt. Ausserdem ist sein Gang unnatürlich schwankend, da er Schuhe mit einer Bananensohle trägt. Diese kennt der narr aus der Werbung, aber er

Endlich

„Ich bekomme Brot, aber nicht mit so ner harten Kruste,” sagt die weißhaarige Rollatorfahrerin zur Verkäuferin in Filiale 43. Ostern ist geschafft, die Eier sind gegessen. Und der Kuchen, und die Lasagne, und die Frikadellen, und der andere Kuchen und die Muffins, noch ein Kuchen, die Teilchen nicht zu vergessen. Der Winter war hart, die Reserven sind erschöpft und müssen aufgefüllt werden. Fleisch, Zucker, fette Fette, gebt dem Körper, was

James Dean

Sieh an. Monsignore Panninsky hat auch seine zwei Minuten, in denen er platzen könnte. Emotional. Und aus durchaus ähnlichen Gründen, wie bei dem narr. Zum Beispiel beim Beobachten achtlosen Wegwerfens einer Zigarettenkippe. “Da könnt ich zwei Minuten platzen,” sagt er und nippt an seinem Cappucino . Ein weißhaariger Mann wackelt vorbei. Wackeln ist der falsche Ausdruck, er schwankt etwas, was an einer Versteifung seiner Wirbelsäule zu tun haben könnte. Vielleicht

Zwischenspiel

Morgens werd ich wach hab zugeklebte Augen meine Lunge fühlt sich blutig an, der Körper ist so schwach tropftropf macht meine Infusion tropftropf macht der Katheter Das Frühstück kommt um sechs Uhr zehn die Schwester heißt Hans Peter.

Der Legionär

Nach einem langen Gespräch mit der Liebsten stellte ich, noch mit Tränen in den Augen, fest, dass keine Zigaretten mehr da waren. Einen langen Abend hatten wir mühsam um Worte gerungen, ich hatte sie gefordert, und als sie kamen, war ich auch schnell überfordert. Und doch hatten wir uns  beide durchgebissen, durchgekämpft durch einen Strudel von verschlingenden Wahrheiten. Aber wir wollten nicht aufgeben, uns nicht aufgeben, und blieben am Thema.

sterblich

Das Leben ist ein Witz und der Tod die Pointe. Dieses kalte, Alles erstarren lassende Wetter gibt sich so große Mühe, den Menschen ihre Sterblichkeit vor Augen zu führen, aber der Mensch ist auf beiden Ohren taub, blind auf beiden Augen, wenn es um seinen Tod geht. Alle leben auf Teufel komm raus und das ist das Problem. Würden wir uns angesichts des Todes Sorgen um das Finanzamt, um das