Treffer! Versenkt!

Es ist nicht schön für Herrchen, wenn Frauchen gemeinsam mit ihm und ihrem kurzbeinigen Dackel einen Ringel durch die menschenleere Innenstadt machen will und sie dann trotz Leere eine Freundin trifft und mit ihr redet. Er trippelt, die Hände tief vergraben in den Manteltaschen, auf der Stelle, geht ein paar Schritte vor, wieder zurück, geht bis vor einen überdachten Hauseingang, um sich dort, wo der Hall gut trägt, geräuschvoll zu

Eine Fabel ( mit drei verschiedenen Enden)

Sie trafen sich am Strand. Der Hund freute sich sichtlich, zwischen feuchtem und trockenem Sand und Wasser hin- und herpendeln zu können. Die Katze blieb dem Schlamm fern. Sie suchte sich ein warmes Fleckchen Sand direkt unter einer überhängenden Düne. Der Esel stand davor, knabberte erschöpft an dem herabwachsenden Gras und wedelt mit dem Schweif nach Fliegen. Der Hahn trippelte oben auf dem Gras und pickte in dem Sand zwischen

Das Loch (diesmal hoffentlich mit sichtbarem Inhalt)

Also gut. Um es mit Flörys Worten zu sagen: Es wird Zeit, dass ich auch mal in einer Lügenlandgeschichte auftauche. So soll es denn sein. Bevor ich aber zu dem Tag komme, an dem Christian stürmte, und wir im orangenen Pritschenbulli durch Regenfluten paddelten, gibt es eine kurze Vorgeschichte. Vor Jahren, acht oder neun werden es sein, überkam mich im Sommer die Lust, ein Loch im Garten zu graben. Nur

kleiner Alltagsdialog

Mit Vollgas, extra lauter Sirene und Blaulicht in die Zone. Fußgänger spritzen zur Seite, und wer das nicht tut, ist der nächste Kandidat. Ziel ist das Altenheim. “Ach laßt mich doch sterben,” fleht ein alter Mensch. “Nein,“ sagt der Krankenfahrer. “Nein,“ sagt die Altenpflegerin. “Das dürfen wir nicht. Wir helfen ihnen.” “Wozu? Ich hab das Ende meines Weges erreicht.” “Das wissen sie doch gar nicht.” “Sie etwa?” “Nein, aber wir

was ist jetzt was

Der Chef des italienischen Mandrake – Cafes verliert immer mehr Zähne. Entweder wird der Ton in seinem Etablissement rauher, oder er zahlt keine Krankenkassenbeiträge, was der narr verstünde. Diese Institution Krankenkasse macht krank und Kasse. Nach jedem Apothekenbesuch wegen der Medikamente für die alte Dame, träumt der narr mehr von explodierenden AOK – Gebäuden.. Fupp, eine Zweigstelle weniger. Fupp, bumm, das war das Hauptgebäude. Jeder dieser Krankenkassenangestellten wird als Bettwanze,

grundlos gute Laune Tag

Soso. Grundlos gute Laune Tag ist heute. Das Wetter stimmt. Es ist grundlos blauer Himmel. Helios, der Strahlemann scheint, als hätte er nichts Besseres zu tun. Also dann. In Filiale 43 sitzt ein Anzugfredi auf dem narrenplatz. Vor ihm steht ein IPad – Klon aufrecht wie ein Bilderrahmen mit Muttis Foto, auf das er ununterbrochen starrt. Ab und an tippt er mit einem Finger gegen die Plastikoberfläche. Bei aller grundlos

Vom Regen in die Traufe,vom Grill in´s Feuer,vom Knast in die Klapse,die Welt ist gerade schieflastig. Bei der Fremdbetreuung wartet eine Überraschung auf den narren.Oma ist da und hat einen Spiralbruch am Finger. Sonst ist die Tochter alleine, wenn die Eltern feiern gehen.Heut ist Osterschießen.Da darf der narr die brüchige Oma und die schwerstmehrfach behinderte Tochter betreuen. Ob er wohl für Beide abrechnen kann? Life is a cabaret. Die Nacht

Ach wie traurig

Zum Frühstück einen Chemiecoctail von Chaqwa. Der nennt sich Cappucino und ist so weit vom Originalgetränk der Kappuziner entfernt wie die Erde vom Mars. Ach wie traurig ist Fröndenberg. Im Lidl gibt es Filiale 58, doch die Verkäuferinnen wissen nicht um die dreistufige Kaffeeverstärkereinstellung ihrer Maschine. Ach wie traurig ist Fröndenberg. Die Einwohner sehen aus wie Menschen, doch spricht man sie an, kommt nur: datscha oder dutscha oder schnefzelklep aus

Osama

Osama ist tot. Das springt einen an bei twitter. George W. Bush kann gar nicht aufhören zu masturbieren, so macht ihn diese Meldung an. Ist es endlich geschafft? Der Antichrist, der Erzfeind, das Böse schlechthin ist tot. Die Aktien steigen. Ein Rentnerpärchen in Filiale 43 regt sich darüber auf, dass die Tassen nicht so voll sind. “In den anderen Filialen sind sie aber voller”. Und der Mann grummelt und knüttert,

Wer hat, bekommt, wer nichts hat, gibt.

Dieses Land entwickelt sich immer mehr zu einer Armenunterdrückungsundquälnation. Wurdest du unter dem Joch des Proletariats geboren, so wird dieses Land dafür sorgen, dass du es auch bis zu deinem Tode trägst. Die Moral eines Landes zeigt sich darin, wie die Reichen mit den Armen umgehen. Wie der Staat vorgibt, was Begüterte erhalten und Mittellose entbehren müssen. Wer hat, bekommt, wer nichts hat, gibt. Die Deutschen winken ab auf Lampedusa.