Scheuer Vogel Übersicht

Endlich ist der Knoten geplatzt. Die erste Probe, in der es fluppte. Es ist ein zerbrechlich grober Klotz, mit sehr sensiblen Momenten, mein kleines Bäckereicafe. Mein schallendes Lachen war endlich da und hat so befreiend gut getan. Bis die Technik ihren Geist aufgab. Erst explodiert ein gelbes Alarmlicht, dann verließ uns ein Scheinwerfer, dann ein neuer LED-Fluter, by by Stroboskop, dann lang und ausgiebig ein Softwarecrash. Freut euch, oh Christenheit

Weihnachtsteelichter

Trübes Wetter mit guten Aussichten, gleich drei Stühle für Filiale 43 3/4 besorgt zu haben. Kraftraubend, wie schon lang nicht mehr, dat Janze. Es ist der Versuch, Alltag, Weltgeschehen und Menschenstimmung in komprimierter Form auf die Bühne zu bringen. Und es soll Spaß machen. Nichts ist schwieriger als ernsthafter Spaß. Und weil Weihnachten ist, und auf den Tischen Tannengrün mit Teelichtern stehen, kokel ich aus Versehen auch mein zweites Notizbuch

Herbstlicht

Schon fast Tradition. Mindestens vor einer Probe, letztes Jahr war es „Antigone“ dieses Jahr Filiale 43 3/4, mach ich einen Beruhigungs- und Erholungsspaziergang im Wald. Das ist ja nie verkehrt. Und es gibt immer was zu gucken. Vom Parkdeck des Krankenhauses – mit diesen Schornsteinen-  durch das Krankenhaus in den Wald. In Kleinstädten liegt alles so nah beieinander. In echt sah das noch viel schöner aus. Glühendes Laub kurz vor

Probenarbeit

Manchmal fühlt es sich an wie ein Wettbewerb im Dauertanzen. Wer stehenbleibt, verliert. Wer das Gleichgewicht verliert, verliert. Da sind Moment überschwenglicher Freude neben dem völligen Verlust der Übersicht, inclusive 1a Panik, die in der Nacht ganz leise höhersteigt. Herzrasen in Bewegungslosigkeit. Dann wieder: „Jubi-jubi-jubilee-ha-ha-ha“, wenn Szene greifen und AHA-Momente den Abend krönen. Das geht jetzt so bis Weihnachten. Oh du fröhliche.

So zwischendurch

Da ich doch gerade sehr beansprucht werde mit Filiale 43 3/4, bleibt wenig Zeit zu schreiben. Deswegen nur ein paar Fotos. Herbstliche Fotos. Das war vor zwei Wochen an der Ostsee. Und das in der kleinen Stadt

nur ein Wort

Wenn nichts mehr geht im Kopf, schreibe ich nur ein Wort. Herbstwind beispielsweise. Das ist ein schönes Wort. Da kommen die Bilder von ganz alleine. Tanzendes Laub, farbige Blätter, Kastanienmännchen. Marmelade ist auch ein schönes Wort. Marmelade. Das geht über die Lippen wie ein feuchter Kuss mit Zungenschlag. Kinderkrippe klingt sehr hart für die weichen Koten, die dort ihren Tag verbringen müssen. Babyklappe hingegen hat den richtigen Klang von Nüchternheit,

risky man

Wenn Wochenanfänge so beginnen, dass ich mein Alleinstellungsmerkmal vergesse aufzusetzen und ungeschützt in der Morgensonne meinen Kaffee trinke, spricht dass doch für meine Risikobereitschaft. Call me risky man. Es liegt eine heftige Woche hinter mir. Und ab heute bis Weihnachten gibt es nur noch Filiale 43 3/4, von den Betreuungen mal abgesehen. Ich brauche noch einen mittelalten Mann zum nörgeln, ein-zwei Musiker*innen, einen guten Probenplan, noch was? Na klar. Eine

Abtrünnig

„Stell doch mal den Grundjammerpegel zwei Grad höher, Mensch. Ich hör dich grade nur sehr vage. Und füll die ‚heiße-Luft-Zisterne‘ wieder auf. Sonst warst du viel geblähter. Du wirkst so flatterig wie ein schlapper Jammerlapp. Das sieht nicht schön aus. Gibts grad nix zu meckern? Komm. Wir finden einen Grund. Das Wetter, die Steuer, Frisurenmode? Einheitsklo, Kopftuch, Benzinpreise? Los. Jetzt ereifer dich schon. Hier können Dich alle hören. Oder die

Mein erstes Tattoo

Da verunglückte Tätowierungen gerade die Fernsehlandschaft bevölkern, möchte ich doch auch gerne meinen Senf dazu beitragen. Mein erstes Tattoo mit achtzehn, hab ich mir nämlich besonders gegeben. Damals fühlte ich mich wie ein Höllenengel auf meiner 250MZ. Damals, unter den Autobahnbrücken von Bielefeld. (Gibt es einen deprimierenderen Satz als diesen?) Ich sah also unter einer Autobahnbrücke in Bielefeld eine Tätowierbaracke. Mit knarzender, schwarzer Lederhose und schwerer, schwarzer Lederjacke steif und