No Smoking…ich leide!

Entzug Riesenstimmung hier im Club. Die Konzentration rutscht weg wie frisch gebohnert. Die molekulare Plasmamembran alle meiner Zellen schreien nach Kondensaten. Rauch, Teer, Nikotin. Ich will quarzen, qualmen, kiffen, paffen. Gleich häute ich mich und dreh mir Zigaretten draus. Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt der Nikotinzerkauer, sitzt die kleine Wanze. Ding Dong, dingelong. Tiritiritomba. Ein Geruch wie das Glockenspiel im Wäldchen vor unserem Krankenhaus in Wimbern. Katholische Krankenküchenkacke.

Advent I

Wer sein Leben zwischen Achterbahn, Riesenrad oder Showbühne verbringt, hat vielleicht nicht so den Zugang zu den Sorgen dieser Welt. „Ach Mross,“ tadelt der Hundeflüsterer. “ Du hättest deinen Dackel rechtzeitig sozialisieren müssen.“ Das einem Menschn zu sagen, dessen Sozialisation im Allgemeinen eher unvollständig geblieben scheint, ähnelt fast einer öffentlichen Beleidigung. Klitschko ruft zur Revolution auf. Begleitet und umringt von seinen drei Bodyguards kann sich der Boxer das auch leisten.

Furz

Mit dem spontanen Schreiben ist es wie mit dem Einkaufen. Wer mit Hunger einkauft, hört auf den Magen, auf die primären Bedürfnisse. Wer mit schlechter Laune schreibt, schreibt über die Laune und wie schlecht das Alles doch ist. Gute Laune öffnet Horizonte, schlechte legt Scheuklappen an. Aber bei Erkältungen, massiven Hautirritationen, Gelenkschmerzen, trübem, kaltem Wetter, der SPD, der EU und den allgemeinen, weltweiten politischen Verhältnissen fällt es schwer, den Schalter

Groschengrab

Wohlgemerkt! Alte Damen mit Führerschein machen mir genauso viel Angst wie alte Herren. Die Lichtanlagen der neuen Autos erinnern mich an Spielautomaten. Groschengrab sagte man früher. Das trifft, wenn es auch keine Groschen sind, auf das Auto zu. Der Smart sieht ja schon aus wie eine Spardose. Autos verbrennen Geld, Benzin, manchmal auch Menschen. Es ist das private Kriegswerkzeug der großen Masse Mensch. Eine mobile Ritterrüstung, das mobile Hoheitsgebiet schlechthin.

Energieschub

Nenn ich es doch einfach Energieschub. Noch nicht ganz faßbar und nur halb unter Kontrolle. Da plöppt was auf, spukt herum und verschwindet wieder. Die Folge davon ( Ausrede, sagt die Liebste) ist Aufspringen in der Nacht und Schlafen bis 14.30 Uhr, frühstückslos in die Stadt zu gehen, die Viedeothekenfrau zu treffen und von ihr erzählt bekommen, welcher der schlechteste Zahnarzt der Stadt sei: „Z-Point. Geh da nich hin, wo.

Böser Himmel

Der Himmel lügt mir etwas vor. Ich schaue durch ein Fenster,sehe Sonnenstrahlen, güldnes Laub im Garten und das Blaue über der Stadt. Dann geh ich auf die Straße und hab nach zehn Sekunden schon die Kälte satt. Die Feuchtigkeit wär gut, hätt ich ein Wasserdefizit. Wär ich ein Nordseefischer, ständ ich bei diesem Klima fit an allen Netzen. Doch bin ich nur ein sauerländer Freseköttel. Mich schauerts schon ab zehn

Samstagblues (kurz vor der Arbeit)

„Der Junge hat heut ein Butterbrot frei,“ lautet der Spruch eines Vaters, und schon rattert der innere Fragenkatalog. Heißt das, dass er heute ein Butterbrot extra essen darf? Bedeutet es, dass er eine Stulle überspringen darf? Ist heute sein Namenstag, oder hat er sein Zimmer besonders gut aufgeräumt? Die Fragen bleiben offen, da der Vierjährige mi seinem Charme und seinem Lächeln alle um den Finger wickelt. „Ich weiß doch nirgendwo

Einkaufen

Wie das Sams mit Hund und Rucksack zuckelt sie über die Straßen und versucht, ihrem übergewichtigen Haustier Manieren beizubringen, aber das frißt jedes gebrauchte Taschentuch, jedes Kondom und jeden Haufen unter seiner Nase. Heute könnte ein Tag für Werwölfe und Vampire werden. Das permanente Zwielicht mit hundertprozentiger Luftfeuchtigkeit macht allerdings das Blut wässrig und die Haut, so  man sich nackig draußen aufhält, geschmeidig knitterfrei. (von den Goosepickles mal abgesehen) Ein

Da war was im Kaffee

„Lassen wir es doch zu einem Tag der gepflegten Halluzinozen und Trugbilder werden. Etwas Besseres als die Realität finden wir überall,“ sagte der Chefredakteur zu seinem JournalistInnenteam. „Wir sind doch keine Märchentanten,“ empörte sich die Sprecherin des Teams. „Wir haben doch nicht Wahrheit studiert, um uns so etwas sagen lassen zu müssen.“ Vor dem großen Bogenfenster, holzrestauriert, eingeölt und dreifachverglast, flog ein Toaster vorbei. Anstatt Wölkchen spuckte er auf seinem

wham

    Da grad der Karneval beginnt, ein kurzes Wort zu Religionen. Die mich kennen wissen, dass ich ein götterloses Wesen bin. Das bedeutet nicht, dass ich die Menschen, die an irgendeine Göttin, irgendeinen Gott, GöttInnengruppen oder sonstwelche, angeblich höhergestellte machtvolle Einheiten glauben, von vorn herein ablehne. Natürlich nicht, das wäre dumm, borniert und arrogant. Aber ich wünsche mir einen gesellschaftlichen Zustand, in dem die Kirche tatsächlich vom Staat getrennt wird.