card blanche

„Ich hätte gerne das da.“ „Nein, Schatz. Das nicht.“ „Ich mag aber keine süßen Brötchen.“ „Dann such Dir was aus.“ „Das da.“ „Nein, Schatz. Das nicht. Drei Schokobrötchen bitte.“ Ja, Kinder. „Such Dir was aus“ ist keine card blanche. „Such Dir was aus“ bedeutet immer: Das, was Mami oder Papi gefällt. Gewöhnt euch an die Bevormundung.   narr

Schwipp-schwapp

Grad geht die Welt unter. Der Himmel stürzt ein. Die Wassertore sind weit geöffnet. Rollatorengalopp, rasende Rollstühle, hechelnde PflegerInnen, alles hetzt Richtung Unterstand. Als Abschluss der Show, ein Blitz, ein Donner, fast zeitgleich und laut. Alle Gäste von Filiale 43 zucken zusammen und reden dann gleichzeitig: „Da hat´s irgendwo eingeschlagen. Hoffentlich ist niemand tot.“ Nach einer Minute und dreißig Sekunden ist alles vorbei. „Ich bin Dein Vater“, keucht eine kichernde

Kuckuck

Auch wenn ich mettiwetti und den angereisten Eidgenossen Unrecht getan habe, da ich schon kurz vor der Pause gegangen bin, so ließ es sich nicht ändern, da mein psychisches Schwipp-schwapp überzulaufen drohte. Aber from the beginning. Schon beim ersten Gang die Stadt herunter feierte Ouzo-Theo sein vierzig jähriges Bestehen in der Stadt. Chapeau und Yamas. Dann kam mir auf der Höhe Dameris-Köster-Rosier-Hillebrand bei der besetzten Schaukel ein seltsamer Gedanke. Die

    Plauzenträger mit durchgedrücktem Kreuz bewegen sich, als wären ihre Arme abgeknickte Paddel mit eigenem Motor. Arme wachsen, im Gegensatz zur Plauze, nicht weiter. Je ausgeprägter die Plauze, je breiter die Schultern, desto intensiver werden die Arme, durch Gravitations – Flieh –  und Schwingungskräfte in pendelnde, oder auch paddelnde Bewegungsabläufe gebracht, sobald der Hauptkörper losläuft. Zwei grimmige Ostpreußenomas werden umschmeichelt von Puderpartikeln des neunzehnten Jahrhunderts, NonChalance aus der gleichen

Feuer und Wasser

Schwitzende, wippende, tanzende Leiber, wummernde Bässe im Unterbauch, Brat – und Bockwurst, Geschrei, Gekicher, Gejohle, quietschende Reifen und Gehhilfen im Takt, Feuer, Wasser, ohne Feuerwasser; die Disco im Vereinsheim der Tanzsportabteilung des SV Menden (TSA Menden) hatte etwas. Draußen RaucherInnen neben dem Grill. Zwei, maximal drei Züge, dann war die Zigarette nass. Den Brat- und BockwurstkäuferInnen lief das Wasser von dem Grillstandzelt in den Nacken. Wieder im Tanzsaal, tropfte ihnen

peinlich

Wie peinlich ist es für die Kleinstadt Menden, wenn sie die letzte Stadt im kurkölnischen Sauerland mit einer Maria-Kahle-Straße ist, von der es, wie alle Interessierten heute Abend erfahren konnten, wirklich nichts Gutes zu berichten gibt? Merci Herr Peter Bürger.

Arche

Ein Krankentransporter aus Meschede mit dem Schriftzug „die Arche“ steht auf Abruf vor dem Vincenz-Altenheim. Sie transportieren ihre Klienten immer paarweise. Leider sind die Rößler-Rentner zu dritt und ausschließlich männlichen Geschlechts. „Hey Noah“, möcht ich rufen, „gehen auch gleichgeschlechtliche Paare?“ Doch Noah, oder stellvertretend Russel Crowe, würde nur den Kopf schütteln. Ich kenne einen Menschen, der hatte als Lebensgefährten, und er liebte ihn heiß und innig, einen Fleischwurstring. „Gilt das

time is slipping away

  Henning from outer space und ich beobachten, wie ein Bauhofmitarbeiter der Stadt einen der sechseckigen Pflastersteine mühsam aus dem Verbund löst, aufnimmt, Zement auf dem freiliegenden Split verteilt und den Stein wieder einfügt. Anschließend verfegt er die Split-Zementmasse in die freiliegenden Fugen. So verfährt er auch mit drei anderen, abgesackten Betonsechsecken. „Früher war achtzig Zentimeter Schotter und gut abgedrückt. Da sackte nix“, keucht Henning mit schwer belegter Lunge. Der

Leseempfehlung!

  Es ist zwar nicht der versprochene Roman ‚GALZMANN‘ von W. Weist, der kommt auch bald, keine Bange, sondern die Kriminalgeschichte ‚CHARLOTTA‘ vom gleichen Autor. Erhältlich im Apple iBookstore http://apple.com/de/book/isbn9783734711428 oder bei eBook.de http://www.libri.de/shop/action/productDetails?id=9783734711428 oder bei Amazon.de http://amzn.to/1ilyceN narr

kein schöner Land

Das kann ich gut. Augen auf und träumen. Verreisen, ohne den Stuhl zu verlassen. Wegdriften von dieser Pfuidreckschmerzauawelt mit Nervenbeben verursachenden Hoch- und Tiefdruckgebieten. Regungslos verschwinden, während der Himmel Blasen wirft und die Dummheit im Stechschritt über die Welt marschiert. Das kann ich gut. Wenn doch bei der Rückkehr alles anders wäre. Aber leider, leider ist alles wie gehabt. Schmerzhaft, grell, explosionshaft. Es ist die Welt zur Zeit kein schöner