Die verruchte Bäckerin

Die verruchte Bäckerin ist wieder unterwegs. Also gebt Obacht, Frauen dieser Stadt. Die Gedanken eurer Männer sind in Gefahr. Denn eines hat die verruchte Bäckerin nie mit sich machen lassen. Kein Mann durfte sie je anfassen, streicheln oder gar berühren. Kein Mann durfte sich bislang mit ihr vereinen, und die, die es unbedingt wollten, sind an gebrochenem Herzen gestorben. Denn das, was die verruchte Bäckerin in ihnen weckt, sind Begehrlichkeiten,

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Der narr war gestern im Kino, um sich, mal wieder, über die Dummheit der Menschen und menschlicher Regisseure aufzuregen. Ein Film mit tollen Bildern, supergroßen, blauen Humanoiden und einer Story, so platt, dass jeder Mensch, der sich für Science Fiktion interessiert, resigniert den Kopf schüttelt und die drei Stunden unbehaglich über sich ergehen läßt. Braucht es wirklich noch einen Film, der zeigt, dass, egal wo Menschen hinkommen, sie ausschließlich Zerstörung

„Wie viele Menschen mussten für deinen Standard sterben?” Der narr hat einen neuen Text für einen Button zum anpappen. Vielleicht sollte man noch ein flottes “Na?” davorsetzen. “Na? Wieviele Menschen mussten für deinen Standard sterben?” Gerade rennt Katastrophenjunkie Amsler durch die Stadt. Wahrscheinlich überlegt sie, wieviel sie noch aus dem litauischen Volk pressen kann. Quid pro quo. Ich brachte euch den Sperrmüll der Bundesrepublik. Liebt mich wie eure Königin. narr

Münsterporn

Ich versuche, die Geschichte aus dem Kopf zu schreiben. Irgendwo gibt es Notizen dazu, aber ich weiß, dass es mir damals hauptsächlich die Tinte veschlagen hatte. Ich konnte mich nur wundern, damals in Münster. Ich interessiere mich für Sexshops, seit es welche gibt. Meine erste Mitbewohnerin Gabi arbeitete sogar in einem. Das war eine lustige Zeit. Der erste Sexshop in Menden. Wasserstrasse. Das Nebenzimmer, ausgestattet mit hölzernen Klappgartenstühlen, Leinwand und Super8 Projektor. im

Als der narr heute morgen auf die Fußpflegerin der alten Dame wartete, stand er vor der Haustüre, rauchte und beobachtete den Straßenverkehr. Ein Skoda-Kombi fuhr auf den Bürgersteig, blockierte die Hofeinfahrt und parkte. Ein Mann stieg aus. “Bei ihnen ist eingebrochen worden?” “Nein.” “Dann im Nebenhaus.” Und er ging in Richtung italienischer Nachbarskneipe. “Wollen sie den Wagen da stehen lassen. Das ist eine Einfahrt.” “Wollen sie raus?” “Das ist nicht

Bi-Metall

Das Klicken des Bi-Metalls beim Schleudern des Heizlüfters zu hören, eher zu fühlen, ist des narren Meditation vor jeder Dusche. Vor Jahren bemerkte der narr während einer seiner langen Duschsequenzen – der narr ist faul und sitzt beim Duschen auf seinem orangenen Hüpfball, während sehr heisses Wasser in einem völlig überhitztem Kämmerchen über seinen Körper rieselt – dass der Heizlüfter der Hitze nicht gewachsen war und sich, dank Bi-Metall selbständig

Unbedacht

Es reicht eine unbedachte Handlung und plötzlich steht der narr zwischen zwei Fronten. Es ist morgens, kurz vor eins. Keine Zigaretten mehr. Stavros hat meistens noch geöffnet und guten Kaffee und Zigaretten, ist aber grad in Griechenland. Die Polin und der alte Marxist vertreten ihn. ( Wenn die Polin da ist, brummt der Laden) Der alte Marxist kommt dem narr entgegen. “…..schlossen. Closed,” sagt er kaum verständlich. “Was suchst?” “Zigaretten.”

No smoke

Riesenstimmung hier im Club. Die Konzentration rutscht weg wie frisch gebohnert. Die molekulare Plasmamembran alle meiner Zellen schreien nach Kondensaten. Rauch, Teer, Nikotin. Ich will quarzen, qualmen, kiffen, paffen. Gleich häute ich mich und dreh mir Zigaretten draus. Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt der Nikotinzerkauer, sitzt die kleine Wanze. Ding Dong, dingelong. Tiritiritomba. Ein Geruch wie das Glockenspiel im Wäldchen vor unserem Krankenhaus in Wimbern. Katholische Krankenküchenkacke. Aber

Sinderella

 SINDERELLA     Schon mehrere Jahre läuft diese Person am narren vorbei. Jetzt kennt er ihren Namen und einen kleinen Teil ihrer Geschichte. Und Ihren Spitznamen. Alle nennen sie hier nur Sinderella aus Sindelfingen, was sie, wie sie selber sagt, einem ihrer dämlichsten Fehler zu verdanken habe. Als sie es sagte, tat sie es in einer Mischung aus deutsch und polnisch  mit einer frischen Einfärbung sauerländischen Dialektes, wie etwa –