italienisch

Die kleine Italienerin – und wenn der narr klein schreibt, meint er auch klein – ca. 1.30 m ohne die typischen Merkmale von Kleinwüchsigen, setzt sich dem narren gegenüber, ohne einen Ton zu sagen. Der narr sieht sie seit vierzig Jahren durch die Stadt gehen. Die letzten zehn Jahre trägt sie die Strumpfhose über den grauen Wollsöckchen. Sie wartet darauf, dass die Pizzeria von gegenüber öffnet. Wie alt mag sie

Diättee

Wenn die Kirche allgemein aus Menschen wie Frau Kässmann bestehen würde, wäre sie fast akzeptabel, die Kirche. Chapeau, werte Frau. Genau durch diese Haltung und Handlung haben Sie Ihre Autorität bewahrt und wiederhergestellt. Das ist es, was Sie von Regierungsbrut und Klerikalpädophilen unterscheidet. Den Regierungshanseln und Mißbräuchern ist es völlig bolle, wenn sie etwas falsch machen. Und dass Menschen unter ihren Fehlern leiden bis sterben, interessiert sie noch weniger. Man

Wut

Man kann mitunter mächtig wütend sein so wütend, dass man Galle schmeckt, dass große Zehen stehen wie aufrechte Bananen, und die Leber alle anderen Organe schreckt, dass Speichel bitter, und ein Zittern von der Körpemitte den Rest des Fleisches unangenehm in Wallung bringt. So wütend, dass man den Verstand verliert, dass Sinne lügen, wenn Adrenalin durch den verwirrten Körper irrt. Dann gibt es weder Freund noch Feind, nur Wut, die

Heizkissen

Als der narr noch hauptberuflich Ratten an der Oese jagte, gab es eine Seife in seiner damaligen, kleinen Dachwohnung. Es gab kein Badezimmer, nur ein klitzekleines Itzibitziwaschbecken neben der Toilette, unwesentlich größer als die Seife, und im Winter wurde die Heizung um acht Uhr abgestellt, was letztendlich zu dem Schlafzimmerbrand, von dem der narr später vielleicht noch erzählen wird, geführt hatte. Die Seife kam ursprünglich aus Indien, hatte einen verschnörkelten

Plaste und Elaste

Trübes Wetter in der Welt. Die aufgeweichten Hundehaufen, hartgefroren unter dem Schnee, weichen langsam auf und geben der Innenstadt eine verschmierte, rötlich-braune Färbung. Passend zu dem ehemaligen Weihnachtsmarkt, der mit verrottendem Rindenmulch eine Stimmung zauberte, die an die 60ger Jahre im sozialistischen Reichenbach im Vogtland erinnern. Es fehlt nur der typische Braunkohlegestank aus den Schornsteinen vermischt mit Produtktionsgerüchen von Hostalen von Plaste und Elaste von Karl Friederich Kaste. Es gibt

Ach ja

Wie ein schwangeres Sandmännchen tippelt der blonde Lockenkopf hinter ihrem Mann her. In roter Jacke, mit modischer Wollmütze trippelt sie immer einen Meter hinter ihm. Mit einem Gesicht, das vor tumber Glückseligkeit schwitzt. Was etwas überrascht, denn schaut man in sein Gesicht, bemerkt man eher mürrische Genervtheit. “Komm mir nicht so nahe, bleib weg von mir.” Ein anderer Mann kichert nach jedem dritten Wort wie eine aufgeregte Geisha – ich

alte Herren

Vade retro, Neophobus. Wenn Ihr nichts Neues ertragen könnt, dann bleibt mit vom Leib mit eurem faltigen Körper, eurem knitterigen Geist, euren stacheligen, panzerglasgeschützen Seelen. Wenn Ihr wenigstens das Äußere der Muppet-Opas hättet. Aber nein! Ihr sehr aus wie rüstige RentnerInnen. Ihr redet und denkt nur wie vertrocknete, bröselige Plastikpuppen. Neben dem narr sitzt ein vergreistes Männerpärchen, die so weit zurück sind, dass für sie Handys Teufelszeug und Computer Seelenfänger

Salz

Des allgemeinen Deutschen liebstes Mittel gegen Schnee, ist Salz. Da gibt es kein Vertun. Kaum fällt Flöckchen, weiß Röckchen vom Himmel herab, greift der gemeine Deutsche mit anwachsender Panik zum großen Salzstreuer, und dann würzt er seinen Landstrich großzügig. Der Russe macht das nicht. Der geht lieber sicher auf festgetretenem Schnee, als auf gefrorenem Schneematsch auszurutschen. Und in Zukunft, so sagt der Russe, kann man die Agrarwirtschaft bis zum Eismeer,

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Der narr war gestern im Kino, um sich, mal wieder, über die Dummheit der Menschen und menschlicher Regisseure aufzuregen. Ein Film mit tollen Bildern, supergroßen, blauen Humanoiden und einer Story, so platt, dass jeder Mensch, der sich für Science Fiktion interessiert, resigniert den Kopf schüttelt und die drei Stunden unbehaglich über sich ergehen läßt. Braucht es wirklich noch einen Film, der zeigt, dass, egal wo Menschen hinkommen, sie ausschließlich Zerstörung

Reliquien

Monsignore Panninsky scheint Gefallen an meiner Idee zu finden, selbstgefilmte, eigene Geschlechtsteile in das wowiwe zu stellen. Vielleicht ist das der Beginn einer päpstlichen Offensive. 24 Stunden Liveübertragung aus dem Vatikan. Gezeigt werden, in einer Daueraustellung, vielleicht filmisch etwas aufbereitet, die Reliquien der vergangenen Päpste der letzten tausend Jahre. Künstliche Darmausgänge, entfernte Appendixe, Revolverkugeln, Menstruationsbinden, die Schränke im Vatikan sind voll mit solchen Dingen von Papst und Päpstin. Der narr