eine weitere Leseprobe incl. Titelbild

Solange der Herr Wolfgang Weist im Lügenland noch keine eigene Abteilung hat, mach ich, weil ich ihn mag, hier ein wenig Werbung für ihn und für seinen ersten, fertigen Roman „Galzmann„. Da kann ich auch gleich der Frau Sonja Heller – http://www.bufbi.de/  http://www.sonjaheller.de/ – für das Bild für den Buchumschlag danken.   Eine kleine, weitere Leseprobe gibt es auch noch. Aus dem siebten Kapitel: „Zirkuspferde erholen sich schneller„.   Für einen

Benefizkonzert

Nein. Ich enthalte mich der Kritik. Es war eine Veranstaltung für ein Projekt der Regenbogenschule in Hemer. „Sind Sie von der IKZ“, werde ich begrüßt. Nein, ich schreibe für das Lügenland, dem Sprachorgan der ungezählten Halbwahrheiten. Subjektiv, voreingenommen und verliebt in eine der Frauen des Chores „Vokalisk Iserlohn“ unter der Leitung von Uta Minzberg. Der erste Gedanke war, dass ich schon immer so ein Zirkuszelt haben wollte. Eine meiner ganz

Wenn Altenpflegerinnen spielen

Die Blumen sind welk, der Himmel ist grau. Zu Staub zerfallen sind alle Gebeine. Geist der Vergangenheit – du weißt es genau. Wenn ich laut rufe, dann Geist: Erscheine! So. Der erste Teil der Arbeit ist getan. Es brauchte zwei Wochen Beschäftigung mit dem Thema, drei Tage und zwei Nächte Intensität, Kaffee, Tinte und Papier. Jetzt haben die neun Mädels der Altenpflegeschule einen Text zum Lernen. Gestern, nach durchmachter Nacht

Bifokal

Bifokal. Ab heute trägt der narr bifokalen Schliff auf der Nase. Die Lesebrille ist verbrannt und sowieso kann ich seit einigen Jahren beim Autofahren den Tachometer nicht mehr erkennen. „Eigentlich dürftest du gar kein Auto mehr fahren“, sagte die Optikerin. „Für zwei- dreimal im Monat Fahren hat es gereicht. Tachometer werden überschätzt“, erwiderte ich. Die Gleitsichtbrille von vor fünf Jahren machte mich Anfangs schwindelig, war hundsgemein teuer und entsprach nach

Pflaster

Gerade fragte ich einen Mann vom städtischen Bauhof, der die Asphaltdecke der Bushaltestelle an der Kolpingstrasse reparierte, ob es nicht klüger sei, die alten Pflastersteine, die sich vierteljährlich durch die neue Decke wursteln, freizulegen. „Na“, brüllte er über den Krach der Rüttlermaschine. „Na! Das wird doch puckelig!“ Das stimmt. Die alten Pflastersteine aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ergeben keine gerade Fläche, eher eine gewellte, was in einer Dreißigerzone nicht

tata

Fast warte ich auf das Nachrichtenlaufband.Letzten Rosenmontag trat der Papst zurück.Was wird es dieses Mal sein?Putin hat sein coming out?

AltenpflegerIn

Ha. Was für ein Spannungsfeld. Wie macht man Werbung für einen Beruf, der, leider nicht zu Unrecht, einen so schlechten Ruf hat und trotzdem so dringend benötigt wird? Mit dem Gehalt einer Altenpflegerin ist wahrlich nicht zu protzen. So viele Schichtdienste wie sonst nirgendwo, in einem Umfeld, in dem mittelalten Taschenrechnern mehr Respekt gezollt wird, als einem fast zuende gelebten Leben. Womit soll es also möglich sein, 16 – 20

ein dreifach Hoch auf meine Liebste

Weil am Freitag so viel Regen vom Himmel fiel, vertröstete ich meinen Autisten auf Sonntag. „Sonntag scheint die Sonne. Wir rennen in der Waldemei und danach gehen wir Pommes essen.“ Freudiges, zustimmendes Nicken. Sonntag war Strahlewetter, die Party vom Vorabend (war schön, Jörg) steckte noch sektschwer im Blut und in den Knochen, aber versprochen ist versprochen. Fragt nicht nach Gründen. Eigentlich dampfe ich nur noch elektrisch und rauche eher selten,

Gockel

Kikeriki! Das Böse ist hi. Stadtanzeiger Dietmar ist Gockel des Jahres. „Beim dritten Hahnenschrei wirst du mich verraten.“ „Aber nein, Jesus. Ich führe höchstens eine Taschenkontrolle durch. Ist das dein Kreuz?“ „Drei Todessternbrötchen, bitte.“ Die Innenstadt riecht nach frischen Frikadellen. Der Himmel schaut finster und versprüht Tröpfchen wie ein hyperaktiver Musiklehrer während seines Vortrags. Die Muslime scheinen auch in Menden angekommen zu sein. „Schweineschnitzel im Fladenbrot“ wirkt wie das katholische

Es hängt alles zusammen

Es hängt doch alles zusammen. Die Ukraine, Pulympia, die rostigen Fässer in Brunsbüttel, der warme Winter, das aristokratische Verhältnis der BundespolitikerInnen zur allgemeinen Gesetzeslage und ihre uneingeschränkte Wirtschaftshörigkeit, die bürgerliche Bequemlichkeit mit ihrer „Ach, die werden das schon machen“ Mentalität, das IchIchIch-Verhalten eines jeden Einzelnen, unser aller Verhältnis zu unserem Planeten mit diesem unsäglichen Besitzdenken, unser Anspruch, alles sofort und in stets gleichbleibender Qualität zu bekommen, das Inkaufnehmen von Opfern