Irgendwas ist immer

Mit dem Handy halten ist es wie mit dem Mikrofon halten. Halte ich es mit den Fingerspitzen, nehme ich es in die Faust? Vielleicht klemme ich es mir auch zwischen die Finger. Wie reagiert die Außenwelt bei welcher Haltung? Sind wir nicht alle kleine Rockstars? Lustig finde ich die, die ihr Smartphone wie eine kalte Pizza vor ihren Mund halten und warte immer gespannt auf den ersten Abbiss. Bislang leider vergebens.

Fotostrecke vor Probenbeginn Antigone letzten Mittwoch

Der Schuttplatz in der Nachbarschaft hat sich schon gut integriert. Holzkunst, Drahtkunst, Drahtkunst, erweitert, Objektkunst, es bietet sich überall Schönheit an. und Bekanntes, und fast Vergessenes. Menden herbst auf, der Sommer wird für dieses Jahr an den Nagel gehängt. Laßt uns lieber eine kleine Runde durch den Wald fliegen. Doch Obacht! Die Giganten kämpfen so schnell, dass sie unscharf wirken. So. Spaziergang beendet, Feuertreppe Scaramouche. Möge die Probe gelingen.

Alltagsabsurditäten

Was für Koordinationsschwierigkeiten in meinem aktuellen Dasein. Körper und Geist sind grad gut voneinander entfernt. Das macht blaue Flecken und Schürfwunden. Gesprochene Wörter verlassen gurgelnd und durcheinander die Kehle. Der eine oder die andere Angesprochene hebt fragend die Augenbraue. Geld vergessen, Termin vergessen, Rosenkohl vergessen, es gibt kein Mittagessen. Das angekommene, und vom Handwerker ausgemessene, Fliegengitter für die Balkontür der Liebsten, ist dem Handwerker zehn Zentimeter zu klein. Ein, und

Ein gemeinnütziger Sozialhelfer erklärt seine Arbeit

„Und schwupps, ist der der Strom weg. Dann haben sie Kinder. Jetzt ist ja ein milder Winter. Dann dauert das, bis die kommen. Aber sie kommen. Und dann müssen die erst mal die Hosen runterlassen. Bis ganz unten. Alles offenlegen. Die Forderungen liegen bei den meisten in irgendwelchen Schubladen. Die müssen sie mitbringen. Alle. Und dann rechnen wir. Wenn´s zuviel ist, reichen wir die weiter zur Schuldnerberatung. Mit Insolvenz und

Sicherheit

„Ich brauche Sicherheiten“, sagt sie. „Für mich, für die Zukunft, für die Kinder, die bestimmt bald kommen, Sicherheit auf dem Konto, auf der Straße. Überhaupt. Es muß sicher sein.“ Sie steht vor der Schaufensterscheibe eines Juweliers, in einer Hand ihr Smartphone, in der anderen einen Regenschirm, eine Schulter leicht eingedellt von dem Trageriemen und hängend von dem Gewicht ihrer Umhängetasche. Ihre männliche Begleitung, gestutzter Vollbart, kleinkarierte Röhrenhose, nickt, während er

Ach Mensch.

In Fröndenberg nennt man Urgroßmütter Tick-Tack-Omas. Aber das ist hinter der Ruhr. Da ticken die Menschen eh anders. Es regnet, aber irgendwie will meine Laune nicht schlechter werden. Zwischenzeitlich denke ich: Ein Billigschirm mit abgeknickter Strebe sieht schon recht traurig aus. Und lache. Dann kommt der ehemalige Getränkegroßhändler mit Kleingeld vom Schützenfest. „Die Banken nehmen das nicht mehr. Unglaublich, wo?“ Er zieht ein kleines, klingelndes Leinensäckchen und wechselt fünf Euro

Qualwahl

Es wird langsam Zeit. Das Lügenland war anderweitig beschäftigt, hat einen seiner Autoren hierhin geschickt, und der hat seine Sache gut gemacht. Nur ist das Problem nicht ausgestanden. Menden muß sich in einer Stichwahl zwischen der schwarzen Pest oder der roten Cholera entscheiden. Da können wir noch so oft „über´n Berg“ gehen, eine dieser Krankheiten wird sich für die nächsten Jahre dauerhaft in der Stadt etablieren. Entweder wird die schwarze

Montagsbratzen

All diese verkniffenen Bratzen* um mich herum bei diesem Sonnenschein. Montagsbratzen. Die inneren Jalousien fest geschlossen. Ein Sonnenstrahl könnte die Spinnenweben über ihren verknöcherten Hoffnungen zerreißen. – Früher wollte ich auch, damals konnte man, ich durfte ja nicht, das machte man nicht – Ein Leben mit unterdrückten Hoffnungen, mit unerfüllten Wünschen. Eingesponnen und betäubt von dem haarigen Spinnending, welches sich Alltag nennt. Du hast dich nicht genug angestrengt, lautet einhellig

Flupp

„Der Personalausweis ist ja nur noch die kleine Karte.“ Sie zeigt ein kleines Musterexemplar. „Da ist der Fingerabdruck optional. Beim Reisepass ist er Pflicht. Das kommt aus den USA.“ Das sagt die Beamtin so nebenbei. Als wäre ihr oberster Boss Barak Obama und nicht die Merkelmaschine. Sie antwortet damit auf meine Frage nach dem Fingerabdruckkästchen. Die andere Sache, weswegen ich eigentlich da bin, läuft zu meinem Erstaunen völlig reibungsfrei. Letzten