Vormittägliche Gedanken

„Kommst spät. Hast verschlafen“, brüllt der aufgeräumte Theo, als ich die 43 betreten will. Unterbrich deine Routine. Der Kleinstadt wird es auffallen. (Nur zur Info: es gibt Theo und es gibt den aufgeräumten Theo. Theo hat schon vor Jahren sein Blut erfolgreich gegen Ouzo ausgetauscht, bei dem aufgeräumten Theo lagen weniger Gyrosreste im Flokati.) Eine weißhaarige Oma sinniert in tiefstem Ostpreußisch: „Wär ich gewesen friher so dünn, die Leit hätten

Kleiner Gruß

Jeden Tag, wenn ich in den Garten gehe, lachen mich diverse Blumen an. Ich lache zurück. Grüße die zurückhaltende Eleganz der Kornblume. Grüße auch dieses spillerige Dingens. Keine Ahnung, wie du heißt, gefallen tust du mir trotzdem.

Revolution

Bombenstimmung hier im Club Europa. Ein falsches Wort, und es wird brenzlig. Der innere Schweinehund mutiert zur Bestie. „Kuck nich so blöd. Gleich gibt´s auf´s Maul.“ Der Frühling tanzt einen blutigen Quickstep, hopst Leben zertretend durch Wald und Flur und krönt seine Show mit ertrunkenem Fleisch. Kein schöner Land in dieser Zeit. Die Menge steht und geht gesenkten Hauptes mit Smartphoneblick. Wer hat die besten Bilder? Schnell noch ´ne Petition

Aber so?

„Guck mal. Ne Presswurst in Nappa-Ersatz. Findest Du sowas sexy?“ „Sie findet es sexy. Das reicht doch.“ „Aber so?“ „Soll sie in Schutt und Asche gehen, weil sie nicht Deiner Norm entspricht?“ „Aber so? Und schau mal, wie die sich bewegt. So betont.“ „Du magst es lieber schleichend, niedergedrückt von Deinem Ätz?“ „Nein, aber so?“ „Vorsicht. Da ist eine dicke Fliege.“ „Macht nichts. Die ess ich als Nachtisch.“ „Ah. Das

stets willkommen

Ein wenig wie in Hollywood wirkt es jetzt. Fast nicht echt. Was früher ein kleiner, schmuddeliger Vorgarten mit Magnolie war, ist jetzt ein purisitsch reinweißes Anwesen mit alter Magnolie im Kiesbeet Strahlend hell wie eine Filmkulisse vor ihrem ersten Take. Egal, Frühling. So oder so. Du bist mir stets willkommen.

Wonnich

Der Himmel so feucht, mit der Farbe schmuddeliger Diolenwatte, streift alle Schornsteige und Dächer ab drei Stockwerke aufwärts. Verwegene Garderobe an den Figuren, die über das Promenadendeck des Narrenschiffes flanieren. Die Palme des Prekariats, auch Prol-Palme genannt, ziert wieder selbstbewußt in grober Eleganz die Köpfe einiger Personen. Blond-blau-grünhaarige Elfen mit Smartphoneschutzhüllen aus reinem Mithril, mittelalte Junker in roten, karogesteppten Daunenjacken, alle bewaffnet mit Kamm und Zigarette, pendeln zwischen Tabakshop –

Drei Tage Köln

Die Liebste ist grad des öfteren in Köln, Fortbildung. Ich hab sie mal begleitet, damit sie abends, nach erfolgreichem Lernen, nicht so alleine im Hotelzimmer sitzt. Tagsüber, während sie büffelte, bin ich dann durch Köln spaziert. Es ist schon lange her, dass ich in der Domstadt war. Am ersten Tag war ein super Wetter kurz vor Frühlingsanfang. Vormittags wurde es warm und hielt sich bis zum Abend. Es war ein

Kleine Bilderstrecke des letzten Wochenendes

 Ankunft am späten Nachmittag Am nächsten Tag dann die Suche nach Meer Die Suche geht weiter Wo ist das Meer? Sonne im Watt Doch wo ist das Meer Hier nicht Da nicht. Zwischendurch zur Phänomenta nach Bremerhafen. Das ist die Eingangstür. Da hinten. Das ist mehr Meer. Am letzten, frühen Morgen verabschiedet uns die Sonne.

Das Lügenland schlägt vor

Hallo Zukunft! Wie wäre es damit? Programmierbare Tätowierungen. Dann bestreicht man einfach die Stelle, an der das Tatoo sein soll,mit einer Flüssigkeit, die durchsetzt mit Nanobots ist. Für Ganzkörpertätowierungen wird ein Bad empfohlen. Diese Nanobots setzten sich in die unteren Hautschichten und können auf Befehl jede Farbe leuchtend annehmen. Kein Diktat des ewig währenden Tatoos. Ein Tatoo, passend zur Tagesform. Leicht bedienbar mit Ihrem Smartphone. Ich sags ja nur.